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Foto: stock.adobe.com/Friedberg

Medizin zum Essen

Artikel von Simone Kapp am 11.09.2018

Der Apfel ist ein wahrer Alleskönner für Gesundheit und Schönheit

Der Apfel ist schon lange eng mit der Kulturgeschichte des Menschen verbunden. Schon im achten Jahrhundert vor Christus wurde die Verwendung von Äpfeln als Nahrung und Heilpflanze in einer babylonischen Schrift festgehalten. Im Mittelalter gelangte die aus Asien stammende Frucht dann nach Mitteleuropa und ist heute eine der beliebtesten Obstsorten überhaupt. Viele Sorten lassen sich gut lagern und liefern so auch mitten im Winter wertvolle Vitamine. Auch das englische Sprichwort „An apple a day keeps the doctor away“ ist heute jedermann wohlbekannt.

In diesem Spruch steckt viel Wahres, denn Äpfel sind wahre Multitalente. Sie enthalten unter anderem Vitamin C, Vitamin B, Vitamin A, Dextrose, Salizylsäure und Pektin. Ganz normal gegessen ist ein Apfel eine wohltuende und vitaminreiche Stärkung – wichtig ist nur, dass man die Schale mitisst, denn hier sind besonders viele Wirkstoffe gespeichert. So ist ein Apfel, gründlich gekaut, auch eine gute Hilfe gegen ein träges Verdauungssystem. Reibt man den gleichen Apfel jedoch, so ist das Mus ein wirksames Mittel gegen Durchfall. Grund dafür ist das im Apfel enthaltene Pektin, das sowohl als Ballaststoff die Verdauung anregen, als auch als Bindemittel, das viele vielleicht vom Marmeladekochen kennen, überschüssige Flüssigkeit binden kann.

Der Genuss eines Apfels ist außerdem eine schnelle Zahnreinigung aufgrund der Reibung beim Kauen, und kann so auch Mundgeruch beseitigen – auf die Zahnbürste verzichten sollte man jedoch trotzdem nicht. Der tägliche Apfelgenuss hilft zudem dabei, den Cholesterinspiegel zu senken. Doch der Apfel kann noch mehr: Die Frucht regt den Stoffwechsel an und hilft so auch bei Krankheiten wie Rheuma oder Gicht. Ein Entlastungstag, an dem ausschließlich Äpfel verzehrt werden, tut gut und regt den Stoffwechsel an – insbesondere nach einer Abfolge von Tagen mit üppigen Speisen eine Wohltat für den Körper.

Gerade im Herbst und Winter sind Bratäpfel eine beliebte Leckerei. Zusammen mit ein wenig Honig helfen sie außerdem gegen Heiserkeit – eine Medizin, die sogar Kindern schmecken dürfte! Auch der Tee aus Apfelschalen hilft gegen Husten und Heiserkeit und hat zudem noch einen weiteren wohltuenden Effekt: Er lindert Nervosität und stressbedingte Einschlafprobleme und sorgt sanft für Entspannung.

Auch bei der Schönheitspflege lohnt es sich, zum Apfel zu greifen: Die Fruchtsäuren wirken wie ein mildes Peeling, das die Haut vom Grauschleier befreit und sie wieder frisch strahlen lässt – wen wundert es da, dass die Römer den Apfel der Göttin Venus, der Göttin der Liebe und Schönheit, weihten!

Schönheitsrezepte

Apfelpeeling
Einen halben Apfel fein reiben und mit einem Esslöffel gemahlene Mandeln verrühren. Die Mischung mit sanft kreisenden Bewegungen auf Gesicht, Hals und Dekolleté verteilen und anschließend mit lauwarmem Wasser abspülen.


Foto: stock.adobe.com/kazmulka

Apfelöl
Für ein pralles Hautgefühl sorgt ein pflegendes Körperöl mit Apfel: Dazu einen frischen, ungespritzten Apfel in Spalten schneiden und mitsamt dem Kerngehäuse in ein Einmachglas legen. Mit so viel Mandelöl begießen, dass alle Apfelstücke bedeckt sind. Zwei Tage ziehen lassen, dabei immer wieder durchschütteln. Durch ein feines Tuch abgießen und das Öl im Kühlschrank aufbewahren.


Foto: stock.adobe.com/akulamatiau

Apfelmaske für trockene Haut
Einen halben Apfel fein reiben und mit einem Teelöffel Mandelöl vermischen. Auf das Gesicht auftragen und 15 Minuten einwirken lassen, danach mit lauwarmem Wasser abspülen und den zurückbleibenden Ölfilm in die noch feuchte Haut einmassieren.


Foto: stock.adobe.com/daffodilred

Apfelmaske für fettige Haut
Einen halben Apfel fein reiben und mit einem Teelöffel Quark und einem Spritzer Zitronensaft zu einer glatten Creme rühren. Diese auf das Gesicht auftragen und 15 Minuten einwirken lassen, anschließend mit lauwarmem Wasser gründlich abwaschen.


Foto: stock.adobe.com/New Africa

Gesundheitsrezepte

Apfelschalentee
Die frische Schale eines ungespritzten Apfels mit einem Liter kaltem Wasser in einem Topf ansetzen und zehn Minuten kalt ziehen lassen. Danach kurz aufkochen, weitere zehn Minuten ziehen lassen und anschließend auf Tassen verteilen. Im Winter schmeckt auch eine mitgekochte Zimtstange sehr gut im Tee!


Foto: stock.adobe.com/lisa870

Apfelmus mit Honig
Für eine Portion zwei mittelgroße Äpfel schälen, putzen und in grobe Stücke schneiden. In einen Topf geben und so viel Wasser hinzufügen, dass der Boden gut bedeckt ist, außerdem etwas Zitronensaft nach Geschmack hinzufügen. Erhitzen und dünsten, bis die Äpfel weich sind und sich zerdrücken lassen, dann entweder mit einem Pürierstab glattmixen oder einfach mit einer Gabel zerkleinern. Mit Zimt nach Geschmack würzen und abkühlen lassen. Wenn das Apfelmus eine angenehme Esstemperatur erreicht hat, einen guten Teelöffel Honig einrühren. Pur oder mit Naturjoghurt genießen.


Foto: stock.adobe.com/wsf-f

Genussrezepte

Apfel-Haselnuss-Crumble
Den Backofen auf 200 Grad Oben-Unten- Hitze vorheizen. Für vier Portionen etwa 500 Gramm säuerliche Äpfel schälen, putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Mit 2 Esslöffeln Zitronensaft, einem gestrichenen Esslöffel Zimt und 25 Gramm Zucker vermischen und nach Geschmack 50 Gramm Rosinen dazugeben – diese können aber auch weggelassen oder durch getrocknete Cranberries ersetzt werden. Die Apfelmasse in eine ofenfeste Form geben. Aus 100 Gramm Mehl, 60 Gramm Zucker und 60 Gramm Butter einen Streuselteig herstellen. 25 Gramm grob gehackte Haselnüsse in den Teig einarbeiten und die Streusel gleichmäßig auf den Äpfeln verteilen. Mit Butterflöckchen besetzen und etwa 45 Minuten backen, bis die Streusel goldbraun sind.


Foto: stock.adobe.com/tashka2000

Apfel-Chutney
400 Gramm Zwiebeln schälen und in Streifen schneiden. 600 Gramm säuerliche Äpfel waschen, schälen, putzen und in kleine Stücke schneiden. Alles in einen großen Topf geben und vier Esslöffel Zitronensaft, 50 Gramm Zucker und 50 Milliliter Obstessig untermischen, dann einen Esslöffel Currypulver und einen Teelöffel Salz ergänzen. Eine Chilischote, einen Teelöffel ganze Pfefferkörner und vier Stücke Sternanis in ein Gewürzsäckchen oder einen Teebeutel zum Selbstbefüllen geben und gut verschlossen zur Apfel-Zwiebel-Mischung hinzufügen. Alles aufkochen lassen und dabei ständig umrühren – die Mischung soll nicht anbrennen! Bei Bedarf kann man etwas Wasser, Apfelwein oder Apfelsaft hinzugeben. 25 Minuten offen einkochen lassen, dabei immer wieder umrühren. Die fertige Mischung auf vier Schraubgläser verteilen und noch heiß verschließen. Das Chutney schmeckt besonders gut zu Käse, Fleisch und Wurst.

Foto: stock.adobe.com/FomaA

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