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Foto: stock.adobe.com/Grybanov

Stachelige Entgiftung

Artikel von Simone Kapp am 01.03.2018

Die Brennnessel hilft beim inneren Frühjahrsputz

Wohl jeder hat schon schmerzhafte Erfahrungen mit der Brennnessel gemacht. Nicht ohne Grund wird das gegenläufige Verdrehen der Haut auf dem Arm auch als „Brennnessel“ bezeichnet, um den stechenden und brennenden Schmerz zu beschreiben.

Die Namenspatin, das wehrhafte Pflänzchen, ist nämlich vor allem bekannt für ihre mit feinen Stachelhärchen besetzten Stängel und Blattadern. Die darin enthaltene Brennflüssigkeit reizt die Haut, so dass sich schmerzhafte Quaddeln bilden. 

In Deutschland kommen hauptsächlich die Große Brennnessel und die Kleine Brennnessel vor, wobei die Brennflüssigkeit der letzteren schmerzhaftere Reaktionen hervorruft. Die Zusammensetzung der Brennflüssigkeit ist bei Groß und Klein unterschiedlich. In ihrer Heilwirkung unterscheiden sich die beiden Arten jedoch nicht, und so ist die Brennnessel seit Jahrhunderten eine geschätzte Heilpflanze. Besonders ihre ausschwemmenden Fähigkeiten sind gerade jetzt im Frühjahr bei Entgiftungskuren willkommen. Sie wirkt harntreibend und hilft so, Giftstoffe aus dem Körper zu spülen. Zudem regt sie den Stoffwechsel an und unterstützt den Körper dabei, nach dem langen kalten Winter wieder auf Trab zu kommen. Auch die Symptome von Rheuma und Gicht können durch die Brennnessel gelindert werden.

Foto: stock.adobe.com/Xalanx

Die Brennnessel ist ein echtes Powerpaket: Die frischen Blätter haben eine bakterienhemmende Wirkung und enthalten mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Zudem enthalten sie viel Eisen, Kalium und Magnesium – ideal, um die Nährstoffspeicher wieder aufzufüllen und so der gefürchteten Frühjahrsmüdigkeit vorzubeugen! Besonders Vegetarier profitieren vom gelegentlichen Verzehr, denn Brennnesselblätter enthalten etwa so viel pflanzliches Eiweiß wie Hülsenfrüchte.

Wer einen frischen Brennnesselsalat versuchen möchte, sollte dazu die oberen Triebe und jungen Blätter der Pflanze sammeln – wichtig ist dabei, dass die Sammelstellen fernab von Straßen liegen, so dass die Blätter möglichst unbelastet sind. Die Brennhärchen „entschärft“ man, indem man die Blätter und Triebe in einem Gefrierbeutel kurz durchknetet oder mit einem Nudelholz darüber rollt – nur nicht zu grob, damit die zarten Blättchen nicht zerquetscht werden! Anschließend waschen und mit einem leckeren Dressing anrichten oder wie Blattspinat weiterverarbeiten.

Auch äußerlich hat die Brennnessel eine positive Wirkung: Als Haarkur regt der Tee den Haarwuchs an und kann so bei Haarausfall helfen oder aber eine willkommene Unterstützung sein, wenn man sein Haar lang wachsen lassen möchte. Die Haarkur wird nicht ausgespült, so dass sich die anregende Wirkung der Brennnessel direkt auf der Kopfhaut entfalten kann. Auch bei Hautunreinheiten hilft der starke Tee und verschafft schnell Linderung.

Brennnessel-Rezepte

Frittierte Brennnesselblätter
Ein ungewöhnlicher, aber sehr leckerer Snack sind frittierte Brennnesselblätter in Bierteig. Dazu 100 Gramm Mehl mit einem Ei und so viel Bier vermengen, dass ein dicker Pfannkuchenteig entsteht, mit Salz und Pfeffer würzen. Etwa 200 Gramm große, frische Brennnesselblätter einzeln in den Teig tauchen und in heißem Öl schwimmend goldbraun ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und noch warm servieren.


Foto: stock.adobe.com/Melica

 

Brennnesselbutter
100 Gramm Butter mit etwas Olivenöl, Salz, einer zerdrückten Knoblauchzehe und dem Saft einer halben Zitrone schaumig rühren, dann 150 Gramm sehr junge Brennnessel-Triebspitzen ganz fein hacken und untermengen. Schmeckt toll zu frischem Brot!


Foto: adobe.stock.com/vissewasse

 

Brennnesseltee
Zwei Teelöffel Brennnesselblätter mit 250 Milliliter kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Als Kur trinkt man über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen täglich eine Tasse Tee.
TIPP: Der abgekühlte Tee kann auch als tägliche Waschung gegen Hautunreinheiten verwendet werden.


Foto: adobe.stock.com/Magdalena Kucova

 

Haarkur
Ein gehäufter Esslöffel Brennnesselblätter wird mit 200 Milliliter kochendem Wasser übergossen. Die Mischung abkühlen lassen, bis sie handwarm ist, dann abseihen und über die gewaschenen Haare geben. Nicht ausspülen! Vorsicht: Bei hellem Haar kann es zu Verfärbungen kommen, deshalb vorher sicherheitshalber an einer versteckten Strähne ausprobieren!


Foto: stock.adobe.com/morissfoto

 

Brennnesselsalat
Die zarten, jungen Blätter der Brennnessel schmecken im Frühling hervorragend als Salat. Dazu einfach die gewünschte Menge an Blättern sammeln, waschen und gründlich trockentupfen und mit einer Salatsoße nach Geschmack servieren.


Foto: stock.adobe.com/Annett Seidler

 

Brennnesselreispfanne
Die gewünschte Menge Risotto-Reis nach Packungsangabe mit Zwiebeln und Olivenöl zubereiten, 150 Gramm fein gehackte Brennnesselblätter in etwas Olivenöl andünsten und kurz bevor der Reis fertig gegart ist, die Blätter zu diesem hinzugeben und gut vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Parmesan servieren.


Foto: stock.adobe.com/minadezhda

 

Brennnesselspinat
Die gewünschte Menge Brennnesseln gründlich waschen und 8 bis 10 Minuten in etwas Wasser dünsten. Anschließend pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit etwas Sahne verfeinern.
TIPP: Alternativ kann man das gedünstete Kraut auch mit Zwiebeln anbraten oder als Pizzabelag verwenden.

Foto: stock.adobe.com/Hetizia

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