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Foto: Arnulf Müller

Von der Wasserkuppe bis ans Meer

Artikel von Simone Kapp am 21.11.2017

Die Fulda ist einer der Weser-Quellflüsse

Mit einer Fließlänge von über 220 Kilometern ist die Fulda der längste Fluss in Hessen und entspringt am Südhang der Wasserkuppe. Als eines der wichtigsten Fließgewässer in der Rhön entwässert sie das Mittelgebirge nach Norden hin und bildet nach ihrem Zusammentreffen mit der Werra ab Hann.Münden die Weser.

Dabei ist die Fulda zunächst nicht mehr als ein kleiner, sprudelnder Bach am Hang der Wasserkuppe, dessen beide Quellen zwischen Poppenhausen und Gersfeld liegen. Durch die Lage am Berg ist der Oberlauf sehr steil, nach nur sechs Kilometern hat die kleine Fulda bereits einen Höhenunterschied von 368 Metern überwunden. Nachdem sich die Quellbäche noch am Hang der Wasserkuppe treffen, fließt die Fulda als minimal größerer Bach zunächst am Feldberg vorbei nach Gersfeld und von dort aus nach Eichenzell, wo sie nach Norden abknickt und zur Stadt Fulda weiterfließt.


Foto: Alexander Mengel

Ab hier schlängelt sich der Fluss zwischen Kuppenrhön und Vogelsberg hindurch nach Bad Hersfeld. Über Bebra und Rotenburg geht es Richtung Malsfeld, wo die Beise zufließt. Im weiteren Verlauf beschreibt die Fulda zunächst zwei Schleifen, bevor sie bei Guxhagen ihren größten Zufluss, die Eder, aufnimmt. Bei Kassel kommt unter anderem die Drusel hinzu, bevor der Fluss schließlich Hann.Münden in Südniedersachsen erreicht, wo die Fulda sich mit der Werra zur Weser vereinigt.

Auf fast ihrem gesamten Lauf fließt die Fulda durch ein tiefes Tal, das sie im Lauf der Jahrtausende aus dem Buntsandstein gespült hat. Um Bad Hersfeld und Bebra ist sie nur etwas über einen Kilometer breit, bei Guxhagen sogar nur wenige hundert Meter. Einzig im Kasseler Talkessel weitet sie sich auf bis zu drei Kilometer, um danach wieder bis auf wenige hundert Meter zusammenzurücken.

Dennoch war die Fulda früher eine wichtige Wasserstraße für den Güterverkehr. Die Fulda-Schiffe waren 20-24 Meter lang und nur bis zu 1,50 Meter breit, dem engen Tal angepasst. Sie hatten Segel und Mast und zwei bis drei Mann Besatzung. Stromabwärts trug der Fluss die kleinen Schiffe, die bis zu 350 Zentner Ladung aufnehmen konnten – nur manchmal unterstützt von Schiffsknechten mit Staken.


Foto: stock.adobe.com/jnjhuz

Stromaufwärts wurden die Schiffe von Pferden gezogen, die auf Treidelpfaden am Flussufer gingen. So entstanden in Melsungen, Rotenburg und Hersfeld Warenumschlagplätze. Mit dem Bau der Bahnstrecke Bebra – Baunatal – Guntershausen im Jahr 1849 wurde jedoch der Niedergang des Güterverkehrs auf der Fulda eingeleitet. Heute wird die Fulda vorwiegend für die Ausflugsschifffahrt und von Freizeitsportlern genutzt. Der stark gewundene Flusslauf führte dazu, dass im Lauf der Zeit immer wieder Maßnahmen zur Begradigung unternommen wurden. Die unerwünschten Nebenwirkungen waren mitunter verheerende Hochwasser.

In den letzten Jahren wird die Fulda daher Stück für Stück renaturiert. Ein wichtiger Faktor sind dabei Fischaufstiegshilfen, so dass die Flussbewohner sich in der Fulda bewegen können und nicht durch die verschiedenen Stauwehre behindert werden. Und die Maßnahmen zeigen Wirkung: Aale, Brassen und sogar Regenbogenforellen fühlen sich in der Fulda wohl. Und auch über der Wasseroberfläche geht es geschäftig zu: Blessrallen, Haubentaucher und Schwäne leben an und auf der Fulda und mit etwas Glück kann man sogar einen seltenen Nachtreiher erspähen.


Foto: Arnulf Müller

Um ihren Lebensraum zu sichern, gibt es am Fluss viele Bereiche, die von Menschen weder zu Fuß noch zu Boot betreten werden dürfen, beispielsweise das Naturschutzgebiet Kragenhof bei Fuldatal, dessen Grenze im Fluss deutlich durch drei kleine Inseln sichtbar ist – die Enteninsel, die Ralleninsel und eine dritte Insel ohne Namen. Bis vor wenigen Jahrzehnten waren diese Inseln nur hohe Hügel am Fuldaufer, doch mit dem Bau der Staustufe Wahnhausen verbreiterte sich der Fluss auf bis zu 100 Meter, so dass heute nur noch die Spitzen der Hügel aus dem Wasser schauen.  

Der Fulda-Radweg

Der 260 Kilometer lange Fulda- Radweg begleitet den Fluss von der Quelle an der Wasserkuppe durch waldreiche Gebiete und malerische Städte bis zur Mündung in Hann.Münden. Der Radweg ist dabei weitgehend asphaltiert und dank seiner geringen Verkehrsbelastung und nur leichten Steigungen idealer Radwanderweg für Familienausflüge und Freizeit-Radler.

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