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Fotos: Alexander Mengel

Unterschlupf für Bachstelze, Zaunkönig & Co.

Artikel von Christine Röhling am 08.03.2017

Nistkasten selber bauen

Während das eine oder andere Tierchen im Frühjahr gerade langsam aus seinem Winterschlaf erwacht, sind ihre fliegenden Artgenossen bereits mehr als aktiv. Lautes Vogelgezwitscher und zarte Lockgesänge sind überall in Gärten, Wäldern und auf Wiesen zu hören und deuten vor allem auf eines hin: Es ist Paarungszeit! Die Männchen buhlen um die Weibchen, die sich ihren gleichartigen Partner vor allem nach der Schönheit des Gesangs und des Gefieders aussuchen. War die Brautschau erfolgreich, beginnt ab etwa April die Brutzeit – hierfür muss vorher aber noch ein passendes Nest gefunden bzw. gebaut werden. Für manche Vögel ist die Suche nach natürlichen Höhlen, Nischen oder Spalten eine kräftezehrende Odyssee: Bäume fehlen, glatte Hauswände bieten keine Mulden oder Vertiefungen und perfekt gepflegte Gärten machen es den Tieren immer schwerer. Helfen können ihnen selbstgebaute Nistkästen. Der NABU stellt auf seiner Webseite verschiedene Bauanleitungen vor: Vom klassischen Höhlenbrüterkasten, über die Halbhöhle, bis zum Spatzenhaus kann auch ein Schwalbennest aus Lehm gebastelt werden.

Um den Vögeln, die einen halb offenen Nistplatz bevorzugen, ein passendes Zuhause zu bieten, haben wir uns für die Halbhöhle entschieden. Schritt für Schritt zeigen wir, wie der Brutkasten gebaut wird – so kann ihn jeder Naturfreund für den eigenen Garten oder Balkon nachbasteln. Im besten Fall ziehen in den Halbhöhlenkasten dann Hausrotschwanz, Bachstelze, Grauschnäpper oder Zaunkönig samt Nachwuchs ein. Ein voll ausgebuchter Nistkasten ist allerdings nur dann zu erwarten, wenn der Garten naturnah gestaltet ist und die Vögel entsprechend Nahrung finden können.

Der Nistkasten kann übrigens das ganze Jahr über hängen bleiben, denn auch im Winter erfüllt er wichtige Aufgaben. Bei eisigen Temperaturen bietet er schutzsuchenden Vögeln, aber auch Schmetterlingen oder Eichhörnchen einen lebensrettenden Platz zum Aufwärmen.

Die Materialien
Bodenplatte (120 x 120 mm)
2 x Seitenwände (120 x 200/170 mm, schräger Schnitt)
Front (160 x 80 mm)
Rückwand (160 x 205 mm mit abgeschrägter Kante)
Deckel (200 x 220 mm)
Aufhängeleiste (30 x 500 mm)
20 verzinkte Schrauben (4,0 x 35)
2 verzinkte Schrauben zur Befestigung des Kastens (5,0 x 35 – Länge kann je nach Beschaffenheit des Befestigungsortes variieren)
3,5er Bohrer zum Vorbohren
8er Bohrer für die Löcher im Boden
Akkuschrauber
Zollstock, Bleistift, Schleifpapier

Vorbemerkung: Verwendet haben wir Kiefernholz mit einer Dicke von 20 Millimetern.

Für jeden Schritt
Bevor die einzelnen Teile zusammengeschraubt werden, ist es sinnvoll, die Löcher vorzubohren. So verhindert man, dass das Holz beim Verschrauben aufplatzt. Hierfür zunächst die Löcher anzeichnen: Die Holzdicke mittels eines Brettes anreißen. Durch zwei teilen, vom äußeren Rand abmessen und eine weitere Linie ziehen. Auf dieser Linie jeweils die Löcher markieren. Vorsichtig mit einem 3,5er Bohrer die Löcher komplett durchbohren.



1. In die Bodenplatte zwei bis vier Löcher mit einem 8er Bohrer bohren. Hierdurch wird der Nistkasten ausreichend belüftet und Feuchtigkeit kann entweichen. Zum Rand sollte mindestens ein Abstand von 40 mm gelassen werden, damit die Seitenteile ordentlich angebracht werden können.



2. Nun die beiden Seitenwände mit jeweils zwei Schrauben in die vorgebohrten Löcher außen an der Bodenplatte befestigen. Und zwar so, dass die kürzere, abgeschrägte Seite, nach vorne zeigt. Ein Holzbrett zwischen Werktisch und Nistkasten sorgt dafür, dass der Akkuschrauber gerade aufliegt und die Schrauben nicht schräg hineingeschraubt werden.

Tipp: Damit dies bündig geschieht und die Wände beim Schrauben nicht verrutschen, kann eine Holzplatte, die flach vor oder hinter die Bodenplatte angelegt wird, zur Hilfe genommen werden.

 

3. Die Front vorne mit zwei Schrauben an den Boden und jeweils einer Schraube an die Seitenwände schrauben.



4. Nun die Rückwand befestigen. Die abgeschrägte Kante zeigt nach oben und innen. Hier wieder darauf achten, dass die Platte bündig mit dem Boden anliegt und keine Spalten zu den Seitenwänden entstehen.



5. Der Deckel wird so auf dem Kasten befestigt, dass er hinten bündig ist. Auf jeder Seite steht er etwa zwei Zentimeter über. Hinten an der Schräge müssen die Schrauben gerade hineingebohrt werden, damit sie aus der Rückwand nicht wieder herausschauen. In die Seitenteile wird schräg von oben geschraubt.



6. Zum Schluss die Befestigungsstange mittig an die Rückwand anbringen.



Am Ende: Voila! Fertig ist die Halbhöhle. Jetzt muss sie nur noch aufgehängt werden. Ein schönes, geschütztes Plätzchen lässt sich vor allem im naturnahen Garten finden. Hier ist wichtig, dass die Nisthilfe nicht der prallen Sonne ausgesetzt ist, aber auch nicht zur Wetterseite zeigt. Vor allem darf sie nicht nach hinten überhängen, wenn, dann eher nach vorne – sonst kann Regen eindringen. Bunte, umweltfreundliche Farben verleihen dem Häuschen ein farbenfrohes Äußeres – die Außenwände einfach vorm Zusammenbauen mit natürlichen Farben streichen. Zum Schutz vor Feuchtigkeit und Pilzbefall können sie auch mit Leinöl behandelt werden. Auf Holzschutzmittel aber bitte verzichten!



Tipps zur Reinigung
Der NABU rät, Nistkästen nach der Brutsaison zu reinigen, da in alten Nestern oftmals Flöhe, Milben oder Lausfliegen hausen. Ein guter Zeitpunkt für die Reinigung ist der Spätsommer. Stellt man dann aber fest, dass ein Gast zum Überwintern ins Häuschen eingezogen ist, verschiebt man die Reinigung auf Mitte/Ende Februar, um ihn nicht zu stören. Es genügt dann, das alte Nest zu entfernen und bei starker Verschmutzung den Kasten auszubürsten. Auf chemische Reinigungsmittel unbedingt verzichten! Mehr Infos und weitere Bauanleitungen gibt es unter www.nabu.de

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