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Fotos: Alexander Mengel

„Alles folgt einer besonderen Ordnung“

Artikel von Tina Ducke am 31.05.2016

Blütenmeer im Bauerngarten

Am liebsten mag Brigitte Strauß blaue Blumen. Und so bestimmen Rittersporn, Kornblume, Storchschnabel und Astern das Bild ihres hübschen Bauerngartens. Gemüse anzubauen, kam für die kreative Geschäftsfrau mit eigenem Hofladen von Anfang an nicht in Frage. „Mein Herz schlägt für die Vielfalt der Blumen“, erzählt sie und erinnert sich an die Geburtsstunde ihres eigenen Reiches: „Als wir den Garten übernommen haben, war er total verwildert. Wir sind erst einmal mit dem Pflug durch und haben alles umgemacht.“

Ihren Traum, bunt gemischte Blumenbeete mit Buchsbaum einzufassen, verwirklichte sich Brigitte Strauß prompt. „Doch leider sind mir kurze Zeit später alle 600 Sträucher aufgrund eines Pilzbefalls kaputtgegangen“, bedauert die ambitionierte Gärtnerin. „Stattdessen habe ich nun den Löffelilex gepflanzt, der dem Buchsbaum sehr ähnlich sieht.“

Zu Beginn ihrer Gartenleidenschaft plante sie pro Beet eine Farbe an Blüten und Pflanzen. „Doch ich habe schnell gemerkt, dass das nicht geht, denn die Pflanzen suchen sich ihre eigenen Plätze“, erklärt sie mit einem Lächeln. „Ein Garten hat eben einfach eine gewisse Unordnung, wenngleich alles trotzdem einer besonderen Ordnung folgt.“

Durch den Garten ist bei Brigitte Strauß die Idee entstanden, eigene Produkte herzustellen und im Hofladen zu verkaufen. Dafür hat sie eine Garage auf dem großen Anwesen renoviert, mit Tür und Fenster versehen lassen, alte Möbel hergerichtet und hineingestellt. Et voilà: Fertig war der Hofladen. „Ich habe immer schon gerne ausprobiert und verschiedenste Marmeladen, Fruchtsäfte, Liköre und Sirup hergestellt“, schwärmt sie. Auch Salzmischungen mit Kräutern aus dem eigenen Garten und dem Rhöner Umfeld stellt die kreative Hausfrau gerne her. „Mein Wildkräutergewürz enthält alles, was auf der Wiese wächst – von Spitzwegerich über Brennnessel bis zu Löwenzahn und Giersch.“



Auch Himbeersalz hat sie in ihrem Repertoire. Denn einen Teil ihres großen Anwesens nutzt sie als kleine – wie sie sie selbst mit einem Augenzwinkern nennt – Beerenplantage. Hier wachsen neben den üblichen Verdächtigen wie Him- und Johannisbeere auch Aroniabeeren, die eine Fülle gesundheitsfördernder Wirkstoffe enthalten. Im Dörrautomaten bereitet sie die Früchte für leckere Salze auf.

Ihr Kräuterbeet befindet sich noch im Aufbau: „Pfeffer- und Maggikraut, Petersilie und Zitronenmelisse wachsen hier schon“, freut sich die Gärtnerin. „Doch es soll noch mehr werden.“ Für Gelees mit einer ganz besonderen Note säumen Fichten ihre Einfahrt. „Die Fichtenspitzen sind eine tolle Zutat für einen sehr speziellen, herben Geschmack.“



Grundsätzlich wird bei Brigitte Strauß nichts gespritzt, so dass sie alles für ihre Kreationen verwenden kann. Als Mitglied im Verein Rhöner Gärten tauscht sie sich gerne mit anderen Pflanzenliebhabern aus, was Ideen und auch Ableger angeht. Grundsätzlich zählt für sie eines ganz besonders: „Ich möchte, dass in meinem Garten immer etwas blüht.“ Und so hat sie die verschiedensten Pflanzen – von Pfingst- und Stockrose, Eisenhut und Klatschmohn über Margerite, Fingerhut und Rittersporn bis zu Akelei, Clematis und Kugeldistel – gesät, um zu jeder Jahreszeit Freude an der bunten Pracht zu haben.

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