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Fotos: Alexander Mengel

Dauerhafte Gartenkunst

Artikel von Heike Reddig am 31.05.2016

Karin Möller zeigt, wie man schöne Mosaike selbst gestalten kann

Es ist ein Refugium der besonderen Art – das Baumhausatelier. Vor einem viertel Jahrhundert haben Karin und Paul Möller den Dreiseithof am Kerzeller Backhaus geerbt und mit viel Zeit, Ideen und Kraft ihren Lebenstraum verwirklicht. Diese positive Energie wird auf jedem Quadratmeter in Haus und Hof spürbar und verzaubert jeden Besucher, der gar nicht mehr gehen mag. Einen Teil des Zaubers machen die wunderschönen Mosaike von Karin Möller aus.

Stammt auch die Technik aus fernen Ländern, sind doch die Materialien oft sehr heimisch: Da findet das beste Service von Uroma Lieselotte – von dem leider nur noch drei Tassen übrig sind – eine neue, höchst künstlerische Verwendung. Karin Möller zeigt uns anhand eines einfachen Übungsstückes, dass Mosaike durchaus leicht selbst herzustellen sind und sich in einem (Rhöner) Garten ebenfalls bestens integrieren lassen.

Die Materialien

Gesammelte Porzellan(scherben)
eine Kneifzange
fertige Mosaiksteine aus dem Bastelgeschäft
eventuell Glasstücke oder Spiegelglas
eine Glasbrechzange
glatter, flacher Stein (z. B. Flusskiesel)
Fliesenkleber
Fugenmörtel, grau
Gipsbecher
Malspachtel
ein Eimer mit Wasser
ein ausgedienter, griffiger
Küchenschwamm

Vorbemerkung:
Auch wenn es relativ wenige Arbeitsschritte sind, muss der Fliesenkleber über Nacht durchtrocknen, bevor weitergearbeitet wird. Also ausreichend Zeit einplanen! Es lohnt sich, gleich mehrere Stücke zu arbeiten, damit Fliesenkleber und Fugenmörtel aufgebraucht werden können.

1. Am einfachsten zu arbeiten sind am Anfang runde Mosaike. Für den Mittelpunkt wählt Karin Möller das Blumenmotiv eines Porzellantellers, schneidet es mit der Kneifzange aus und bringt es in Form. Hierfür arbeitet sie immer nur mit einem kleinen Teil der Klinge der ohnehin schmalen Kneifzange. „Es ist wichtig, sich dem Motiv Stückchen für Stückchen anzunähern, da das Porzellan auch da brechen kann, wo man es gar nicht will. Wenn man sich dem Motiv langsam nähert, entwickelt man ein gutes Gefühl für das Material“.



2. Karin Möller zeigt hier, dass auch gekaufte Mosaiksteine aus Glas noch bearbeitet werden können. Sie schneidet die Farbsteine mit einer Glasbrechzange schmäler.



3. Für den äußeren Rand des Motivs findet die Scherbe einer vergoldeten Weihnachtsschüssel Verwendung, die Karin Möller ebenfalls mit der Glasbrechzange in schmale Streifen schneidet.



4. Das Motiv wird vor dem nächsten Arbeitsschritt auf der Arbeitsplatte zusammengelegt. So lässt sich schnell feststellen, ob noch etwas fehlt. Außerdem kann bei dieser Form des „Puzzelns“ das Motiv auch von der Größe her noch korrigiert und optimiert werden – der erste Gesamteindruck steht fest.



5. Nun wird etwas Fliesenkleber-Pulver mit etwas Wasser (löffelweise zugeben) im Gipsbecher angerührt. Das geht gut mit dem Spatel: „Der fertige Kleber sollte eine Konsistenz wie Rührteig haben.“



6. Mit dem Spatel bringt Karin Möller den Kleber jetzt auf den Stein auf: „Wichtig ist, dass der Kleber haften bleibt. Dafür kratze ich die Masse mit dem Spatel gut in die Poren des Steins und glätte danach die Masse.“



7. Nun werden die Mosaikelemente Stück für Stück in den Kleber gelegt und etwas angedrückt. Karin Möllers Tipp: „Wenn man mit der Mitte beginnt und dann nach außen arbeitet, wird das Motiv schön gleichmäßig.“ Man muss sich nicht hetzen, der Kleber wird erst nach 30 bis 45 Minuten fester. Kleberreste können mit dem Finger abgewischt werden.



8. Der Kleber muss nun über Nacht durchtrocknen. Karin Möller hat am Vortag einen Stein vorbereitet, mit dem wir jetzt weiterarbeiten können.



9. Der nächste Arbeitsschritt ist das Verfugen. Dafür rät Karin Möller zu Einweghandschuhen: „Fugenmörtel trocknet die Haut sehr aus“. Im Gipsbecher wird das Fugenmörtel-Pulver wieder vorsichtig mit etwas Wasser vermischt, bis die Konsistenz eher sämig ist. Wir verwenden für unseren Stein grauen Fugenmörtel, es gibt ihn aber auch in Weiß, wenn bunte Mosaike noch mehr leuchten sollen. Farbiger Fugenmörtel erzielt besondere Effekte bei einfarbigen Mosaiken.



10. Jetzt hat der Küchenschwamm seinen Einsatz. Karin Möller wischt mit seiner Hilfe den Mörtel gründlich in das Motiv hinein. „Hier ist sorgfältiges Arbeiten wichtig, denn einerseits müssen die Ritzen an den Rändern mit dem Mörtel gut geschlossen werden und andererseits soll der Mörtel tatsächlich nur beim Motiv eingesetzt werden, nicht den ganzen Stein verschmieren. Je sauberer ich arbeite, desto weniger Nacharbeit ist nötig.“



11. Nach einer Trockenzeit von 5 bis 10 Minuten wird der Mörtel mit dem ausgewaschenen, sauberen Schwamm wieder vom Mosaik entfernt. Mit einem weichen Tuch kann man noch ein wenig nacharbeiten. Nun ist das Werkstück auch schon fertig.



TIPP

Gipsbecher reinigen
Fliesenkleber kann Abflüsse verstopfen. Deshalb den Fliesenkleberrest im Becher trocknen lassen. Am nächsten Tag kann er durch Zusammendrücken gut von allen Resten befreit werden. Abschließend auswaschen. Den Fugenmörtel ebenfalls im Becher trocknen lassen und am nächsten Tag entfernen.

Den Film zum Artikel finden Sie unter diesem Link.

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