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Fotos: Alexander Mengel

Unterschlupf für Wildbienen, Florfliegen & Co.

Artikel von Christine Röhling am 11.03.2016

Ein Insektenhaus selber bauen

„Die Natur ist mein zweites Zuhause. Da fühle ich mich wohl, ich genieße die Ruhe und es gibt unglaublich viel zu entdecken“, schwärmt Karl Gräser. Den 77-jährigen Rentner aus Künzell findet man meist draußen in seinem Garten oder an der NABU Teichanlage in Künzell/Wissels. Seit mehr als 50 Jahren engagiert sich der studierte Biologe ehrenamtlich beim Naturschutzbund. Bienen, Hummeln und Wespen sind dabei sein Steckenpferd. Die kleinen Nutztiere haben es ihm angetan und sein Wissen über sie scheint grenzenlos. So hält er diverse Vorträge und klärt über die besondere Schutzwürdigkeit von Bienen & Co. auf.

Denn diese sind mit ihrer enormen Bestäubungsleistung essentiell für das ökologische Gleichgewicht. Jedoch wird es für sie immer schwieriger, geeignete Plätze zum Nisten zu finden. „Ein Insektenhaus ist dabei eine gute Möglichkeit, den kleinen wildlebenden Nutztieren einen geschützten und dringend benötigten Nistplatz zu bieten“, weiß Gräser. So hat er mit uns kurzerhand einen Insektenunterschlupf aus Holz gebaut, welchen der geübte Heimwerker Schritt für Schritt nachbauen kann. Hier können Wildbienen, Florfliegen, Schmetterlinge und Marienkäfer ihr Nest bauen, Eier legen und die Brut großziehen.

Die Materialien

Werkzeug:
Hammer, Handbohrmaschine (Steinbohrer und Holzbohrer) 6 mm und 8 mm, Säge, Schleifpapier, Zollstock, Holzleim, Bleistift

Für den Korpus:
• 1 Kieferplatte Rückwand à 435 x 317 x 3 mm
• 1 Kieferplatte Bodenplatte à 450 x 120 x 15 mm
• 1 Kieferplatte Boden 1. Stockwerk à 409 x 115 x 15 mm mit 2 mm Nut
• 1 Kieferplatte Decke à 409 x 80 x 15 mm
• 1 Kieferplatte Dach à 470 x 14 x 15 mm
• 2 Kieferholzplättchen (Holzfedern) à 122 x 15 x 4 mm
• 2 Rundhölzer à 182 mm Länge, Durchmesser 8 mm
• 2 Rundhölzer à 278 mm Länge, Durchmesser 8 mm
• 4 Innenwände à 123 x 80 x 15 mm
• 4 Innenwände à 123 x 80 x 15 mm mit 5 mm Nut an einer der langen Seiten, 5 mm vom Rand entfernt
• 1 Schmetterlingstür, Kieferplatte à 123 x 80 x 15 mm mit Nut in der Mitte der beiden langen Seiten und einem 10 mm breiten Schlitz in der Mitte
• 2 Seitenwände mit Schräge (305/280) x 80 x 15 mm)
• 24 Holzdübel à 35 mm Länge, 8 mm Durchmesser
• 24 Nägel à 25 mm Länge

Für die Füllung:
• Diverse Kiefernzapfen
• Holunder- oder Forsythienäste à 80 mm Länge, unterschiedliche Dicke
• Schilfrohre à 80 mm Länge
• 2 Ytongsteine à 123 x 79 x 49 mm
• Hasendraht à 475 x 50 mm
• Hasendraht à 93 x 122 mm

1. Schritt
Zunächst alle Platten und Rundhölzer auf Maß zuschneiden und die Nuten im Zwischenboden (Bodenplatte 1. Stockwerk), in den vier Seitenwänden sowie in der Schmetterlingstür ergänzen. Anschließend die Kanten mit Schleifpapier sorgfältig schleifen.

2. Schritt
In die Seiten- und Innenwände, in den Boden, in den Zwischenboden sowie in die Decke jeweils Löcher für die Dübel bohren, und zwar dort, wo die einzelnen Platten bzw. Wände miteinander verbunden werden (für die genauen Maße siehe Zeichnung auf Seite 57). Die Löcher im Zwischenboden komplett durchbohren, die Löcher in der Boden- und Deckenplatte 10 mm tief bohren (Durchmesser 8 mm). Die Innen- und Seitenwände jeweils oben und unten 25 mm vorbohren, entsprechend den Abstand der Gegenstücke. Bei den Seitenwänden die oberen Löcher im rechten Winkel zu der Schräge bohren. ACHTUNG! Die Dübelverbindungen müssen geleimt werden. Bevor die Dübel in die Löcher gesteckt werden, also immer etwas Leim in das Loch geben.

3. Schritt
Dann die Bodenplatte mit 12 Dübeln bestücken. Vier Seitenwände (zwei davon mit Nut) von oben ebenfalls mit Dübel bestücken und zusammen mit den zwei schrägen Seitenteilen mit der Bodenplatte verbinden. TIPP: Sollte es hier und da etwas klemmen, kann mit einem Hammer vorsichtig nachgeholfen werden.

4. Schritt
In die Nut der Schmetterlingstür etwas Leim geben und die beiden Holzfedern hineinstecken. Dann die Schmetterlingstür von oben zwischen die beiden mittleren Seitenwände mit Nut hineinschieben. Ebenfalls etwas Leim in die vorderen vier Dübellöcher der Bodenplatte geben. Die zwei langen Rundhölzer in die beiden äußeren Löcher der Bodenplatte, die zwei kürzeren in die innen liegenden Löcher stecken.

5. Schritt
Auf die acht Dübel der vier Innenwände den Zwischenboden (1. Stock) setzen, so dass Rundhölzer und Dübel oben wieder herausgucken. Die Seite mit der gesägten Nut muss nach oben schauen, da sie dem grünen Gitterdraht später Halt gibt.

6. Schritt
Die letzten vier Zwischenwände (hiervon wieder zwei mit Nut) mit Holzdübel bestücken und auf den Zwischenboden setzen. Die beiden Wände mit der Nut werden dabei über den Schmetterlingsraum, in die Mitte des Hauses, gesetzt. In die Löcher der schrägen Seitenwände ebenfalls Dübel stecken.

7. Schritt
Nun die Deckenplatte oben auf dem Obergeschoss befestigen.

8. Schritt
Anschließend die Dachplatte auf die schrägen Seitenwände stecken. In die Nut der zwei mittleren Zwischenwände im 1. Stock den silbernen Gitterdraht hineinschieben. Den Hohlraum dahinter mit Pinienrinde füllen.

9. Schritt
Danach das Haus auf die Vorderseite legen und die Rückwand mit Nägeln befestigen.

10. Schritt
Nun die Füllung vorbereiten: Ytongsteine auf Maß (123 x 79 x 49 mm) schneiden. Äste und Schilfrohre in 8 mm lange Stücke sägen. In die Äste von oben Löcher bohren, mindestens 30 mm tief, je nach Dicke kann der Durchmesser der Löcher variieren. Mit einem Steinbohrer unterschiedlich große Löcher (6 und 8 mm) in die schmale Seite der Ytongsteine bohren. TIPP: Den größten Nisterfolg gibt es bei einem Lochdurchmesser zwischen 4 und 8 mm.

11. Schritt
Die Räume mit dem Füllmaterial bestücken. Am Ende das grüne Drahtgitter in die Nut der Zwischenplatte einsetzen und an den äußeren Ecken nach hinten umbiegen.

 

 

Den Film zum Artikel finden Sie unter diesem Link.

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