Menü Button Lupe
Rhön Magazin Logo
Share Button
 
Logo Rhön Magazin
 
Fotos: Alexander Mengel

Rückbesinnung auf altes Wissen

Artikel von Tina Ducke am 02.06.2015

Hebamme auf Kräuterkurs

Ihre erste eindrucksvolle Begegnung mit der Wirkung von Heilpflanzen speziell in der Schwangerschaft machte sie  in Tansania zu Gast bei Hebammen vor Ort. Es folgten zahlreiche Weiterbildungen – auch in Richtung chinesische Medizin. Vor 15 Jahren hat Hebamme Barbara Kircher- Storch aus dem thüringischen Rhön-Örtchen Buttlar dann schließlich ihren eigenen Kräutergarten angelegt.

Mehr als 250 Heilpflanzen wachsen rund um Scheune und Fachwerkhaus – und es kommen jedes Jahr mehr dazu. „Ursprünglich hatte ich einmal genau geplant, was in meinem Kräutergarten wo wachsen soll“, schmunzelt die Heilpflanzenpädagogin. „Aber nachdem sich einige Kräuter selbstständig gemacht und ihren eigenen Platz gesucht haben, lasse ich sie wachsen, wie es sich gerade ergibt.“

Dabei ist ihr Kräutergarten keinesfalls unstrukturiert: Auf der Sonnenseite wachsen südländische Pflanzen wie Wein, Salbei und Thymian, auf der Nordseite die kälteliebende Fraktion wie Douglasie und Erzengelwurz. Am kleinen Teich gedeihen dagegen Pflanzen für Beschwerden, die durch Feuchtigkeit entstehen, wie zum Beispiel Mädesüß gegen Rheuma und Grippe.

Im Sommer ist die engagierte Hebamme fast jeden Tag im Garten, teilweise bis es dunkel wird. Leidenschaftlich bestückt sie ihre Kräuteroase mit immer neuen Pflanzen. „Manche grabe ich direkt in der Rhön aus, andere bestelle ich als Samen.“ Zwischen ihre Heilkräuter setzt sie Blumen. „Denn das Auge soll schließlich auch etwas davon haben“. Und an kreativen Gestaltungsideen mangelt es ihr ebenfalls nicht: So hat sie passend zu ihrer Berufung als Hebamme eine Sitzbadewanne mit Pflänzlein gegen typische Frauenbeschwerden bestückt: wilde Möhre zur Förderung der Menstruation, Silbermänteli gegen Menstruationsbeschwerden, Schafgarbe gegen Blutungen in der Schwangerschaft und Frauenmantel für die Hormonproduktion.

Neben ihrer Tätigkeit als Hebamme macht Barbara Kircher-Storch auch Heilpflanzenausbildungen. „Diese gehen immer über zwei Vegetationsperioden“, erklärt sie. Ihr Ziel: „Meine Schüler sollen kräuterkundig werden und später auch selbst Kräuterkurse geben. Denn die Menschen sollen sich auf altes Wissen zurückbesinnen und sich alternativ zur Schulmedizin auch selber helfen können.“ Und altbekannte Mittel gegen verschiedenste Zipperlein gibt es viele. Für eine erste Orientierung helfen die Farben der Pflanzen: Violett stärkt die Psyche, gelb hilft der Leber, rot macht wehrhaft und weiß ist meist bei typischen Frauenbeschwerden angesagt. Letzteres ist für die Geburtshelferin natürlich besonders wichtig. Doch auch andere wahre Wunderpflanzen kennt sie gut: „Ein lebensverlängerndes Kraut ist Salbei, bei Stichen und kleineren Verletzungen helfen die Knospen des Spitzwegerichs. Mit Vergissmeinnicht können Hautentzündungen behandelt werden, während der austretende Saft des Schöllkrauts Warzen verschwinden lässt. Bei bronchialen Erkrankungen sorgen Lungenkraut  und Huflattich für Linderung.“

Das Wissen der Heilpflanzenpädagogin scheint unerschöpflich und auch nicht-medizinische Tipps hat sie parat: „Wenn ein Gehaltsgespräch mit dem Chef bevorsteht, sollte Eisenkraut in der Hosentasche nicht fehlen. Und wer um seine Liebe kämpfen muss, wird nach einer Tasse Quendeltee gleich viel größere Erfolge verzeichnen.“ So ließe sich die Liste endlos fortführen. Und da bei der Wirkung der unterschiedlichen Heilpflanzen auch die Zubereitung eine große Rolle spielt, ist Barbara Kircher-Storch immer um die beste Aufbereitung bemüht. Ihre neuste Erfindung: ein selbst konstruierter Hydrolator, mit dem sie ätherische Öle und Pflanzenwasser in höchster Qualität gewinnt.

Den Film zum Artikel finden Sie unter diesem Link.

Keine Artikel in dieser Ansicht.